alte salzstraße - elbe lübeck kanal.

Diese Touren stehen unter vielen Motti und wir werden später unsere Enkelkinder damit wunderbar langweilen. Auf jeden Fall werden sie auf den Rädern aus der Zeit unserer Eltern begangen und die Strecken führen mehr zu den vergessenen Highlights oder Orten, die nie welche werden. Sei es der tiefste Punkt Deutschlands oder ein Ort Namens Berlin kurz vor Bad Segerberg. Auch in Malente waren wir schon und nicht immer ist es schön, die Zeichen der Landflucht so vor Augen geführt zu bekommen. Kennt man Malente noch als den legendären Fußballstützpunkt der Nationalmannschaft, so findet man heute leere Geschäfte, Ein-Euro Shops und eine melancholische Tristesse, die sich über den Ort gelegt hat (das war selbst bei strahlendem Sonnenschein und 27 Grad nicht wegzudiskutieren).
All solch großartigen Ziele werden auf den alten Stahlrössern von Hercules und Torpedo angesteuert und die Torpedo-Dreigang Schaltung ist unser Rettungshebel bei starken Steigungen und Gefällen. Die Vorderradbremsen zeichnen sich wie seit eh und je eher durch schleifende Geräusche aber keineswegs durch Bremskraft aus. Die Höchstgeschwindigkeit ist sekundär, Viel wichtiger ist, dass die vier Buchstaben auf dem harten Sattel Strecken weit über 100 Kilometer schaffen und dabei im oberen Tel des Körpers das Lächeln und die Freude am Blick auf die Landschaft bleibt.

Die Strecke von Lauenburg nach Mölln ist für Freunde des Minimalismus. Man kurbelt am Kanal und es gibt wenig zu sehen. Nicht einmal Enten oder Schiffe waren auf dem Wasser, von anderen Radfahrern oder Wanderern keine Spur. Ob das immer so ist? Zumindest unsere Recherchen vor der Tour würden sich damit decken. Während man bei anderen Radwegen wie der Weser, Donau oder Elbe unendlich viele Berichte im Netz und Filme bei Youtube findet, war die Ausbeute hier einfach mau. Nur ein Video bei Youtube - fast schon ein Minusrekord :-)

Gleich zum Start gab es in Lauenburg perfekte Fischfrikadellen mit viel Petersilie und Liebe zubereitet.
Gleich zum Start gab es in Lauenburg perfekte Fischfrikadellen mit viel Petersilie und Liebe zubereitet.
Der Einstieg in den Elbe Lübeck Kanal liegt leicht versteckt direkt hinter einer Brücke Richtung Bahnhof in Lauenburg.
Der Einstieg in den Elbe Lübeck Kanal liegt leicht versteckt direkt hinter einer Brücke Richtung Bahnhof in Lauenburg.

Eine Panne gehört dazu. Diese war zum Glück nur klein und trotz des Pseudo WD-40 von Shell (zum einem Preis im Gegenwert von einem Kilo Gold) hörte das quietschen aus dem Tretlager ab Mölln die weitere Strecke nicht mehr auf, nahm aber zum Glück nicht weiter zu. Mölln könnte richtig nett sein, aber wie bei Malente merkt man, das dieser Ort sich leert. Die Lage und ein Teil der Innenstadt ist sehr hübsch und wer möchte, kann im Mölln schon in den See springen. 

Zwischenstopp in Mölln. Das Tretlager macht Geräusche und der Magen auch :-)
Zwischenstopp in Mölln. Das Tretlager macht Geräusche und der Magen auch :-)
Kurz vor dem Ende der Spargelzeit wird in Mölln noch einmal gut Spargel verputzt.
Kurz vor dem Ende der Spargelzeit wird in Mölln noch einmal gut Spargel verputzt.


Ziel erreicht. Travemünde im Regen. Hatten wir zwar nicht so bestellt, doch an der Schlusshandlung konnte uns nun keiner mehr bremsen. Ab in die Badehose und auf ins Meer. Ganz schön kalt aber auch herrlich.